Klimafiktion (English: Climate fiction, manchmal abgekürzt als Cli-Fi) ist Belletristik, die sich mit dem Klimawandel befasst.[1][2][3][4][5] Werke der Klimafiktion sind im Allgemeinen spekulativer Natur, aber von der Klimawissenschaft inspiriert. Sie können in der Welt, wie wir sie kennen, in der nahen Zukunft oder in fiktiven Welten spielen, die deutlichere Auswirkungen des Klimawandels erleben. Das Genre ist größtenteils der Science-Fiction zuzuordnen und umfasst meist utopische oder dystopische Themen. Es entwirft mögliche Zukunftsszenarien basierend auf der Forschung zu den Auswirkungen des Klimawandels und spekuliert darüber, wie der Mensch auf diese und auf das Problem des Klimawandels reagieren könnte. Der Begriff „Cli-Fi“ wird im Allgemeinen dem freiberuflichen Nachrichtenreporter und Klimaaktivisten Dan Bloom zugeschrieben, der ihn 2007 oder 2008 geprägt hat.[1][6] Verweise auf „Climate Fiction“ scheinen in den 2010er-Jahren erstmals aufgetaucht zu sein, obwohl der Begriff auch rückwirkend auf eine Reihe von Werken angewendet wurde.[7][8] Zu den bekanntesten Autoren der Climate Fiction des 20. Jahrhunderts gehören J. G. Ballard und Octavia E. Butler, während dystopische Fiktion von Margaret Atwood oft als unmittelbarer Vorläufer der Entstehung des Genres genannt wird. Zu den prominenten Cli-Fi-Autoren seit 2010 gehören Kim Stanley Robinson, Richard Powers, Paolo Bacigalupi und Barbara Kingsolver. Die Veröffentlichung von Robinsons Das Ministerium für die Zukunft im Jahr 2020 trug zur Entstehung des Genres im engeren Sinne bei.[9]
Das Genre ist mit Stand 2024 fast ausschließlich auf Literatur beschränkt,[10] die in einer Vielzahl von Publikationen diskutiert wurde, darunter in der New York Times und dem Guardian.[11] Listen mit Climate Fiction wurden von Organisationen wie Grist, Outside Magazine und der New York Public Library zusammengestellt.[12] Wissenschaftler und Kritiker untersuchen den potenziellen Einfluss von Belletristik auf das breitere Feld der Klimakommunikation. Gleichzeitig wird Cli-Fi zunehmend beliebter, wenn es darum geht, wissenschaftliche Erkenntnisse für ein nicht-wissenschaftliches Publikum zugänglich zu machen. In dem von Kathrin Eitel herausgegebenen Sammelband versammeln sich beispielsweise ethnografisch inspirierte Cli-Fi-Geschichten, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbauen und alternative Zukünfte entwerfen[5].
Quelle: Wikipedia